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Review: Post Competition Call

Aktualisiert: 12. Juni 2025

Fressattacken & emotionales Essen nach den Wettkämpfen


In diesem Beitrag erhaltet ihr nochmal die Möglichkeit die Inhalte des Post Competitions-Calls nachzulesen und zu verinnerlichen. Vorab möchte ich mich nochmals für die zahlreiche Teilnahme bedanken, das Feedback war überwältigend und ich freue mich wahnsinnig darüber das wir euch mit dem Call unterstützen konnten! Ein Dank auch nochmal an Vivien Weiss, sie hat als Mental Coach den wertvollen Input zum Thema emotionales Essen beigetragen.


Was bedeutet eine Prep erst einmal physisch für den Körper?


Die Prep und das daraus stark resultierende Kaloriendefizit bedeutet für den Körper ab einem gewissen Punkt eine Unterversorgung. Die vorhandene Körpermasse kann mit den zugeführten Kalorien nicht mehr ausreichend versorgt werden. Zu Beginn ist der Körper in der Lage diesen Zustand besser zu kompensieren, desto länger und extremer sich die Unterversorgung jedoch gestaltet, desto extremer versucht der Körper sich zu schützen. Das Einsetzen von Schutzmechanismen ist ein ganz natürlicher Prozess und soll uns letztendlich nur vor dem Tod bewahren. Beispielhaft lässt sich hier die Einstellung der Periode oder NEAT "Non-Exercise Activity Thermogenesis" nennen. Unter NEAT ist die Einstellung von Mikrobewegungen zu verstehen. Das wackeln mit dem Bein, das gestikulieren mit den Händen. Der Körper nutzt jede Möglichkeit um den Energieverbrauch zu senken und überflüssige Aktivitäten & Prozesse einzustellen. Zu den Schutzmechanismen gehören viele Prozesse, innerhalb dieses Beitrages beschränken wir uns jedoch auf die Hormonwerte Leptin & Ghrelin, da diese für das Sättigungs- und Hungergefühl zuständig sind und somit im direkten Zusammenhang mit Fressattacken stehen.


Anpassung von Leptin & Ghrelin


Bei Leptin & Ghrelin handelt es sich um zwei Hormone, welche sich auf unser Essverhalten auswirken. Befinden sich Leptin (Sättigung) & Ghrelin (Hunger) im Gleichgewicht erfahren wir eine gesunde Regulierung des Appetits. Durch eine Prep verändern sich die Werte dieser beiden Hormone jedoch und eine natürliche Regulierung des Hunger- und Sättigungsgefühls ist nicht mehr vorhanden.


Das "Sättigungshormon" Leptin

Das Hormon Leptin hat unter anderem die Aufgabe ein Sättigungsgefühl zu vermitteln. So wird ein unnötiger Konsum von Nahrung vermieden. Produziert wird Leptin hauptsächlich von den Fettzellen. Leptinwerte sind also abhängig von der vorhandenen Fettmasse. Leptinwerte stehen also in Abhängigkeit zum vorhandenen Körperfettanteil (Kfa). Sinkt der Kfa, sinken die Leptinwerte und das Sättigungsgefühl fällt geringer aus. Schließen Athleten ihre Saison ab befinden sich diese in der Regel bei 8-12% Kfa. Ein reguläres Sättigungsgefühl zu vermitteln ist hier vom Körper nicht mehr umsetzbar. So kommt es dazu, das unnatürlich große Mengen an Nahrung zu sich genommen werden können ohne ein Sättigungsgefühl wahrzunehmen. Hier sollte sich bewusst gemacht werden, dass der Wunsch nach Sättigung nach den Wettkämpfen nicht erfüllbar ist, aufgrund der physischen Vorgänge im Körper.


Das "Hungerhormon" Ghrelin

Gegenüber der Sättigung steht der Hunger, hierfür ist das Hormon Ghrelin zuständig. Befindet sich der Körper im Mangelzustand wird dem Gehirn das Signal von Appetit gesendet um den Mangelzustand zu beheben. Neben der Vermittlung von Hunger fördert Ghrelin auch die Fettspeicherung. Prodoziert wird Ghrelin im Magen. Ist der Magen leer wird Ghrelin ausgeschüttet und signalisiert dem Gehirn das es Zeit ist Nahrung aufzunehmen. Nun ist über den Zeitraum der Prep der Magen jedoch häufig leer, folglich steigt der Ghrelin Spiegel und das Hungergefühl. Befindet man sich nun am Ende einer Wettkampfsaison und nimmt wieder mehr Nahrung zu sich ist der Ghrelin Wert weiterhin erhöht, so empfinden wir selbst nach einer ausreichenden Mahlzeit weiterhin ein Hungergefühl. Es benötigt Zeit um die Vorgänge im Körper den neuen Umständen wieder anzupassen. Was du also spürst ist kein weiterer Hunger, sondern die vorhandene Dysregulation deines Hungergefühls.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es nicht möglich ist sich auf das Empfinden von Sättigung und Hunger zu verlassen. Es ist nötig nach einer Saison, unabhängig von Sättigung & Hungergefühlen, Nahrung zu sich zu nehmen und die Nahrungsaufnahme bewusst und kontrolliert zu steuern.


Was ist unter emotionalem Essen zu verstehen?


Wir sprechen von emotionalem Essen wenn die Auslöser kein Hunger, sondern unangenehme Gefühlszustände wie Stress, Trauer oder Langeweile sind. Das Essen ist ein Ventil zur Gefühlsbewältigung. Meist wird hier nicht zu vollwertigen Lebensmitteln gegriffen, bevorzugt sind Fastfood oder Süßigkeiten. Der Ursprung für emotionales Essen liegt meist bereits in der Kindheit, durch Erziehung, Kultur oder andere Faktoren. Die Auslöser für emotionales Essen sind von Person zu Person unterschiedlich, abhängig von den Emotionen welche vermieden werden wollen. Hierzu möchte ich gerne ein persönliches Beispiel mit euch teilen, welches emotionales Essen zu 100% widerspiegelt.


Mein Hund starb bei einem dramatischen Unfall, ich selbst war nicht vor Ort und wurde entsprechend mit einem Anruf in eine Flutwelle von Emotionen gerissen. Wut, Trauer, Schuldgefühle, alles kam zusammen. Eine Freundin war bei mir und fragte ob ich etwas brauche, meine Antwort: "Ich muss erst mal was essen". Sie hingegen hatte überhaupt kein Bedürfnis und konnte eher nichts runter bekommen. Aus "etwas" essen wurde eine große Portion Pasta, ein großes Pizzabrot, Eis und eine Packung Gummibärchen. Ganz klar, viel mehr als ich eigentlich für eine normale Sättigung benötigt hätte. Was ist hier passiert? Anstatt mich mit meinen Gefühlen & Emotionen auseinanderzusetzen griff ich zu Essen um mich abzulenken. Ich habe mich schlichtweg geweigert zu fühlen oder Emotionen zu zeigen. Ich war nicht in der Lage mit meinen Emotionen umzugehen.


Anhand meines Beispiels wird deutlich das die Auslöser für emotionales Essen tief in uns liegen. Um emotionales Essen zu überwinden müssen wir an die Arbeit mit uns selbst gehen. Welche Glaubensansätze trage ich in mir, welche Schutzreaktionen nimmt mein Unterbewusstsein ein, wie ist mein inneres Kind aufgestellt? Nach Auflösung innerer Glaubenssätze und Blockaden und der kontinuierlichen Arbeit an sich selbst wird ein Raum zwischen Reiz und Handlung geschaffen. Diesen Raum können wir nutzen um dann Selbstbestimmt zu handeln und die Situation frühzeitig zu reflektieren.


Wenn emotionales Essen und physische Auslöser der Prep aufeinander treffen

Wir haben nun zwei Auslöser für Fressattacken näher betrachtet. Zum einen die physisch bedingten Auslöser durch die Prep und das emotionale Essen. Nach einer Saison treffen oft beide Szenarien aufeinander und das Ausmaß der Fressattacken wird noch größer.


Wir greifen zu mehr Nahrung aufgrund von verstärktem Hunger und ausbleibenden Sättigungsgefühl. Wurde mehr gegessen als eigentlich "erlaubt" beginnt unsere Kritik mit uns selbst. Gedanken wie "Wieso kannst du dich nicht einfach zusammenreißen?", "Du hast schon wieder zu viel gegessen!", "Morgen ist die Form komplett hinüber!", schwirren im Kopf und wir fühlen uns schlecht. Es treffen viele negative Gefühle ein, diese wollen wir meiden und greifen zu noch mehr Essen. Ein Teufelskreislauf.

Gegenüber dieser Reihenfolge kann natürlich auch das emotionale Essen zuerst eintreten und durch die Dysregulation von Leptin und Ghrelin zu mehr Essen gegriffen werden.


Wir müssen also beginnen auf der einen Seite starke Disziplin an den Tag zu legen um dem Hunger zu widerstehen und auf der anderen Seite emotionale Blockaden auflösen. Hier handelt es sich keinesfalls um einen Sprint, wie der Bodybuilding Sport selbst ist es ein Prozess. Sehe hier das große Potential an Wachstum. welches dir bevorsteht. Die erste Prep wird wahrscheinlich diesbezüglich die härteste, es ist alles neu und man beginnt diesen Prozess erst. In der zweiten Prep weist du jedoch bereits was auf dich zukommt und du hast hoffentlich die Zeit genutzt an die Arbeit mit dir selbst zu gehen.


Abschließende Worte

Lass dir gesagt sein, das du nicht alleine bist. Viele haben in der Post Competition Phase zu kämpfen und jeder von uns trägt sein Päckchen, welches er aufarbeiten muss. Habe keine Angst davor mit anderen darüber in die Kommunikation zu gehen, tausche dich aus, rede mit anderen darüber und wachse über dich selbst hinaus.


Die Post Competition Phase möchtest du mit Unterstützung & Support erfahren? Wir gehen den Weg gemeinsam und du erhältst von mir alle Tools um deine Reverse Diet erfolgreich zu meistern. Melde dich gerne bei mir!

Du möchtest an die Arbeit mit dir selbst gehen und benötigst hierbei Unterstützung? Wende dich gerne an Vivien Weiss, sie wird dir helfen den Ursprung deiner emotionalen Fressattacken zu finden und aufzulösen.


Du hast Fragen? Scheue dich nicht mich zu kontaktieren!


Deine Aimee!

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